Der 14. Februar ruft bei den Menschen die unterschiedlichsten Reaktionen hervor.

Bei den einen bricht der Schweiss aus, andere bekommen Herzrasen, viele hören ein Klingeln in den Ohren und bei manchen ruft er Kopfschütteln hervor: der Valentinstag.
Die Kopfschüttler lassen wir einmal beiseite. Sie sind entweder komplett pragmatisch und also unromantisch veranlagt, oder sie gehören zu der wunderbaren Sorte Liebender, die das ganze Jahr über ihre Liebe nicht nur beteuern, sondern durch kleine Aufmerksamkeiten bekräftigen.
Apropos teuer: Hier kommen die Ohrenklingler zum Einsatz. Der Valentinstag ist natürlich ein per Datum festgelegter Tag der Geschäftemacherei. Schon im Januar gibt es eine Flut von Pralinés, Düften, Crèmes und Blumenarrangements, herzförmig, mit roten Rosen verziert mit puscheligen Troddeln versehen und, um sicher zu gehen, mit „Ich liebe Dich“ bedruckt. Und zwar überall: im Discounter, im Nobelkaufhaus, am Kiosk, im Internet (sogar die allseits beliebte Suchmaschine dekoriert sich mit Herzen), in Zeitschriften, einfach an jedem Ort klingeln die Kassen.
Das führt dazu, dass, vor allem bei den verbändelten Männern, der Schweiss ausbricht. „Wann ist nochmal Valentinstag?“ „Sollte ich eigentlich auch was verschenken?“ „Lieber Pralinen oder ein Deo? Nein, lieber kein Deo…“ Und bei den Männern, die gerne verbändelt wären, ist es noch schlimmer „Soll ich jetzt endlich meine Liebe gestehen?“, was gleich zum Herzrasen führt.
Männer sind deshalb mehrheitlich betroffen, da, zumindest im deutschsprachigen Raum, traditionell eher die Männer aufgerufen waren, am Valentinstag aktiv zu werden. Glücklicherweise fühlen sich inzwischen auch Frauen und Diverse vom Brauch der Liebeserklärung am Valentinstag angesprochen.
Wäre es nicht viel schöner, romantisch Essen zu gehen, statt irgendwelches Zeug zu verschenken? Reservation nicht vergessen!

Herzdekorationen an der Decke bringen Valentinsstimmung im Restaurant Tamarind Hill, Zürich.
Romantische Stimmung im Restaurant Tamarind Hill in Zürich

In Japan und Südkorea beschenkt übrigens seit jeher die Frau die Männer – mit Schokolade.

Gestaffelt nach Schokolade für Mitarbeiter, für Vorgesetzte (ja, tatsächlich), für Freunde und für den Liebsten. Inzwischen beschenkt sie zusätzlich auch sich selbst. Zum Ausgleich kommt am 14. März der White Day, an dem die Männer die Frauen mit weisser Schokolade beschenken. Südkorea setzt noch einen drauf: Am 14. April kommt der Black Day. An diesem tragen die Singles schwarz, essen gemeinsam Jajangmyeon (schwarze Nudeln) und andere schwarze Lebensmittel. Hiermit betrauern sie ihr Single-Dasein, oder feiern es, je nachdem.

Weisses Dessert mit Schokoladentafel, beschriftet mit Happy White Day
White Day in Japan (Foto von Masashi Yanagiya (CC BY-SA))
Jajanjmyeon: Koreanische Nudeln mit schwarzer Gemuesesosse
Black Day in Südkorea (Foto von Moriza (CC BY-SA))

Zurück nach Europa:

Besonders romantisch und weniger kommerziell wird der Valentinstag in Grossbritannien, dem Ursprungsland des Brauchs, begangen.

Man glaubte – und glaubt noch immer – dass am 14. Februar die Vögel ihre Gatten auswählen um sich zu paaren. Auch für Menschen werden an diesem Tag in Sachen Liebe möglicherweise schicksalhafte Weichen gestellt.
Unverheiratete suchen sich einen Valentin bzw. eine Valentine aus. Die Beiden sind dann für ein Jahr ein Freundespaar, beschenken sich mit Kleinigkeiten und gehen ab und zu zusammen aus. Die Wahl erfolgt durch Absprache, Los oder durch eine zufällige Begegnung am Valentinstag. Manchmal wird tatsächlich Liebe daraus.

Und am allerschönsten: Weit verbreitet ist das Versenden von Liebesbriefen, Karten und Gedichten. Auch anonym an den heimlichen Schwarm…

From your secret admirer

Frau bekommt Liebesbrief zum Valentinstag
Romantisch zum Valentinstag: Einen Liebesbrief verschenken (Bild von Robinson, Henry Peach)

P.S. Was der heilige Valentin, dessen Namenstag der 14. Februar ist, damit zu tun hat, weiss kein Mensch mehr.

Die Liebe – und was hat eigentlich Valentin damit zu tun?
Markiert in:            

Sue

Ich bin Autorin, Journalistin und Texterin in Zürich und schreibe auch im Auftrag für Privatleute in der ganzen Welt. Mich interessiert, was die Menschen im Jahresverlauf bewegt. Und ich mag die deutsche Sprache, die viel mehr Wörter hat, als im täglichen Leben benutzt werden.